Kurz gefasst: Einen Sicherungskasten dürfen Sie verkleiden, solange er bleibt, was er ist: in Sekunden erreichbar, ohne Werkzeug zu öffnen, mit freier Fläche davor und mit Luft um das Gehäuse. Die Regeln dafür stehen in DIN VDE 0100-510 (Zugänglichkeit), in den Technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber (Arbeits- und Bedienbereich vor dem Zählerschrank) und in DIN 18012 (Hausanschlussraum). Mit Akustikpaneelen aus Holzlamellen wird die Verkleidung ein Stück Wand: als Klappe im Lamellenraster, als Rahmen mit Klappe oder Schiebeelement vor dem Aufputzkasten oder als bekleidete Nischentür. Verkleidet wird immer nur die Front, nie das Gerät; am Verteiler selbst wird nichts gebohrt oder geklebt, und alles an der Elektrik macht eine Elektrofachkraft.
Der Flur ist fertig, die Wand hat Farbe, die Garderobe hängt, und dann fällt der Blick auf den grauen Kasten mit den Sicherungen. Wer nach „Sicherungskasten verkleiden“ sucht, will zwei Dinge zugleich: dass er verschwindet und dass er trotzdem funktioniert. Beides geht, wenn die Verkleidung ein paar Regeln einhält, die nicht aus der Einrichtung kommen, sondern aus der Elektrotechnik. Dieser Beitrag erklärt, was erlaubt ist, wo die Grenzen liegen (Zählerschrank, Treppenhaus, Mietwohnung), warum die Verkleidung atmen muss, und zeigt drei Bauweisen mit Akustikpaneelen, die sich in einer Wand aus Holzlamellen auflösen. Die Grundlagen zum Anbringen der Paneele selbst stehen im Beitrag Akustikpaneele anbringen; hier geht es um das Stück Wand vor dem Verteiler.
Inhaltsverzeichnis
Worauf dieser Beitrag beruht
Die Regeln stammen aus den Normen und Anschlussbedingungen für elektrische Anlagen in Wohngebäuden und aus den Unterlagen der Verteilerhersteller, die Maße der Paneele aus unserem Produktdatenblatt; alles ist unten unter Quellen aufgeführt. Wo wir eine Erfahrungsregel nennen, steht es dabei.
- Verkleiden ist erlaubt. DIN VDE 0100-510, Abschnitt 513, verlangt, dass Bedienung, Inspektion und Instandhaltung „leicht möglich“ bleiben und durch Gehäuse oder Einbauräume „nicht nennenswert beeinträchtigt“ werden.
- Vor einem Zählerschrank bleibt ein Arbeits- und Bedienbereich frei: mindestens 1,20 m tief, 2,00 m hoch und so breit wie der Schrank, mindestens 1,00 m.
- Der Verteiler gibt Wärme ab und ist für eine Umgebungstemperatur bis 35 °C ausgelegt. Die Verkleidung braucht seitlich Luft und Öffnungen oben und unten.
- In notwendigen Treppenräumen und Fluren eines Mehrfamilienhauses müssen Bekleidungen nichtbrennbar sein; dort scheiden Holzpaneele aus. Innerhalb der Wohnung sind Sie frei.
Darf man einen Sicherungskasten verkleiden?
Ja. Weder das Baurecht noch die Elektronormen verbieten es, einen Stromkreisverteiler hinter einer Front verschwinden zu lassen. Was sie verlangen, ist Zugänglichkeit. DIN VDE 0100-510 formuliert es in Abschnitt 513 so: Alle Betriebsmittel sind so anzuordnen, dass ihre Bedienung, Inspektion, Instandhaltung und der Zugang zu den Verbindungen leicht möglich sind; diese Anforderungen dürfen durch den Einbau in Gehäuse oder andere Einbauräume nicht nennenswert beeinträchtigt werden. Übersetzt in Ihren Flur heißt das:
- Ohne Werkzeug. Die Verkleidung öffnet sich mit einer Hand: Druck, Griffmulde, Magnet oder Schiebeelement. Kein Schlüssel, kein Schraubendreher, keine vier Schrauben.
- In Sekunden. Wenn nachts der FI-Schutzschalter auslöst, muss jeder im Haushalt den Verteiler finden und öffnen können, auch der Besuch. Ein kleines Schild oder ein Symbol an der Front ist deshalb kein Stilbruch, sondern Teil der Lösung.
- Vollständig. Die Verteilertür muss ganz aufgehen, das Stromkreisverzeichnis lesbar bleiben, jeder Automat und die Prüftaste des FI-Schutzschalters erreichbar sein. Eine Klappe, die nur das obere Drittel freigibt, ist keine.
- Nichts davor. Kein Schuhschrank, kein Sideboard, keine Kartons. Was für den offenen Verteiler gilt, gilt für den verkleideten erst recht.
Zwei Dinge ändert die Verkleidung nicht: das Gerät und die Beschriftung. Am Verteiler selbst wird nichts gebohrt, geklebt oder gestrichen; die Verkleidung hängt an der Wand, nicht am Kasten. Und das Stromkreisverzeichnis, das in der Verteilertür steckt, bleibt dort, wo es ist. Wer einen alten Sicherungskasten verkleiden will, sollte vorher eine Elektrofachkraft darauf schauen lassen: Ein Verteiler mit Schraubsicherungen und ohne FI-Schutzschalter wird durch eine schöne Front nicht sicherer, nur unsichtbarer.
Sicherungskasten, Zählerschrank, Hausanschlussraum: was Sie vor sich haben
Bevor Sie planen, lohnt ein Blick darauf, welcher Kasten es ist. Im Alltag heißt fast alles „Sicherungskasten“, gemeint sind aber drei verschiedene Dinge mit verschiedenen Regeln.
Der Stromkreisverteiler in der Wohnung
Das ist der eigentliche Sicherungskasten: der Installationskleinverteiler mit Leitungsschutzschaltern und FI-Schutzschalter. Nach DIN 18015-1 wird er in der Nähe des Belastungsschwerpunkts angeordnet, in der Regel also im Flur, als Aufputzkasten rund 10 bis 12 cm vor der Wand oder als Unterputzkasten bündig in der Wand. Gängige Größen liegen bei rund 30 bis 55 cm Breite und 25 bis 75 cm Höhe, je nach Zahl der Reihen. Für ihn gelten die vier Punkte oben, sonst nichts: keine Vorgaben des Netzbetreibers, kein Baurecht innerhalb der Wohnung. Er ist der Kandidat für die Bauweisen weiter unten, ob Sie einen Aufputz-Sicherungskasten verkleiden oder einen Unterputzkasten.
Der Zählerschrank
Im Zählerschrank sitzen Stromzähler und Hauptsicherungen; er gehört in den Zugriff des Netzbetreibers und des Messstellenbetreibers. In Mehrfamilienhäusern steht er nicht in der Wohnung, sondern im Hausanschlussraum oder im Flur des Hauses; in Einfamilienhäusern hängt er im Hauswirtschaftsraum, im Keller oder in einer Nische im Flur, oft mit dem Stromkreisverteiler als Verteilerfeld im selben Schrank. Nach DIN 18015-1 ist er in Wohnräumen, Küchen, Bädern und Toiletten nicht zulässig. Vor ihm bleibt nach den Technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber, die auf der VDE-AR-N 4100 aufbauen, ein Arbeits- und Bedienbereich frei: mindestens 1,20 m tief, durchgängig 2,00 m hoch und so breit wie der Schrank, mindestens 1,00 m. Zählerschränke sind meist 55, 80 oder 105 cm breit (zwei bis vier Felder von 25 cm) und 95 bis 140 cm hoch. Verkleidet wird hier nie der Schrank, sondern höchstens die Tür der Nische oder eine Front davor, und die muss sich ganz öffnen lassen. Der Bereich davor ist kein Stauraum.
Der Hausanschlussraum
In Häusern mit mehr als vier Wohneinheiten liegen Hausanschluss und Zähler in einem eigenen Raum. DIN 18012 verlangt für ihn: erreichbar über allgemein zugängliche Räume und frei zugänglich für Netzbetreiber und Rettungskräfte, nicht abgeschlossen, eine Lüftungsmöglichkeit ins Freie, frostfrei und nicht wärmer als 30 °C, vor den Einrichtungen eine Arbeitsfläche von 1,20 m Tiefe, und er dient nicht als Abstellraum. In so einem Raum hat eine Verkleidung aus Holz nichts zu suchen. Die Tür des Raums ist eine Tür im Treppenraum oder Kellergang, und dort gilt der nächste Abschnitt.
Treppenraum und Flur im Mehrfamilienhaus
Die Musterbauordnung verlangt in notwendigen Treppenräumen, dass Bekleidungen, Putze, Dämmstoffe, Unterdecken und Einbauten aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen (§ 35 Abs. 5), und in notwendigen Fluren dasselbe für Bekleidungen, Putze, Unterdecken und Dämmstoffe (§ 36 Abs. 6). Nichtbrennbar heißt Klasse A1 oder A2 nach EN 13501-1. Holz erreicht das nicht, auch die schwer entflammbare Ausführung unserer Paneele mit B-s1,d0 über den gesamten Aufbau nicht; was diese Klasse bedeutet, erklärt der Beitrag Brandklasse B-s1,d0 erklärt. Den Zählerschrank im Hausflur verkleiden Sie also nicht mit Holzlamellen; dort bleiben Putz, Metall und der Schrank selbst. Innerhalb der Wohnung gibt es keine notwendigen Flure (§ 36 Abs. 1), also auch keine Anforderung an die Baustoffklasse der Bekleidung. Die Landesbauordnungen folgen der Musterbauordnung im Kern; im Zweifel fragen Sie das Bauamt oder die Hausverwaltung, und für Gemeinschaftseigentum braucht es ohnehin einen Beschluss der Eigentümer.
| Situation | Verkleiden? | Bedingungen |
|---|---|---|
| Stromkreisverteiler im Flur der Wohnung, Aufputz oder Unterputz | Ja | Ohne Werkzeug, in Sekunden, vollständig zu öffnen; seitlich 2 bis 3 cm Luft, Öffnungen oben und unten; Kennzeichnung außen; nichts davor abstellen |
| Nische mit Tür im Flur des Einfamilienhauses, mit Zählerschrank oder Verteiler | Ja, nur die Tür | Tür bekleiden, nie den Schrank; Tür öffnet ganz; Arbeits- und Bedienbereich 1,00 m breit, 1,20 m tief, 2,00 m hoch bleibt frei; Lüftungsschlitze der Tür bleiben offen |
| Zählerschrank offen an der Wand im Hauswirtschaftsraum oder Keller | Ja, mit Auflagen | Front als Klappe oder Schiebeelement, der Schrank selbst bleibt unberührt; Zähler nach dem Öffnen ablesbar; Netz- und Messstellenbetreiber kommen ohne Weiteres an Zähler und Sicherungen; Bedienbereich frei; mehr Luft, weil mehr Wärme |
| Hausanschlussraum, notwendiger Treppenraum oder notwendiger Flur im Mehrfamilienhaus | Nein | Bekleidungen und Einbauten müssen nichtbrennbar sein (Musterbauordnung § 35 Abs. 5, § 36 Abs. 6); DIN 18012 verlangt freien Zugang und Lüftung ins Freie; Gemeinschaftseigentum braucht einen Beschluss |
| Mietwohnung | Ja, rückbaubar | Zustimmung des Vermieters für Dübellöcher und feste Einbauten; die Verkleidung hängt an der Wand, nicht am Verteiler; am Gerät wird nichts verändert; beim Auszug abnehmen |


Wärme und Lüftung: warum die Verkleidung atmen muss
Jeder Leitungsschutzschalter, jeder FI-Schutzschalter und jede Klemme setzt im Betrieb Wärme frei, die Verlustleistung. Ein Verteiler nach DIN EN 61439 wird so ausgelegt, dass diese Wärme über sein Gehäuse an die Umgebung abgegeben wird, und zwar bei einer Umgebungstemperatur, die im Innenraum bis 35 °C reicht; FI-Schutzschalter sind für höchstens 40 °C Betriebstemperatur ausgelegt. Der Erwärmungsnachweis des Herstellers rechnet mit dieser Umgebung. Eine Verkleidung, die den Kasten dicht einschließt, macht aus der Umgebung eine kleine warme Kammer: Die Luft steht, die Temperatur steigt, und die Auslegung stimmt nicht mehr. Das führt nicht gleich zum Schaden, aber Schutzschalter altern schneller, und ein thermisch auslösender Automat löst bei Wärme früher aus als gedacht. Für Zählerschränke gilt zusätzlich die Grenze aus DIN 18012: nicht in Räumen, die dauernd wärmer als 30 °C sind.
Die Lösung ist einfach, wenn sie von Anfang an mitgeplant wird:
- Seitlich Luft. Zwischen Kasten und Verkleidung bleiben mindestens 2 bis 3 cm, damit Luft nachströmen kann. Das ist eine Erfahrungsregel, keine Norm; weniger wird eng, sobald die Verteilertür aufgeht.
- Öffnungen unten und oben. Warme Luft steigt. Lassen Sie den Rahmen unten und oben offen oder setzen Sie dort Lüftungsgitter ein; dann stellt sich eine Strömung ein, die den Kasten kühlt. Eine Zahl dafür kennen die deutschen Regeln für Kleinverteiler nicht. Zur Orientierung: Die niederländische Norm für Zählernischen, NEN 2768, verlangt in der Nischentür oben und unten je eine Öffnung von mindestens 200 cm². Eine umlaufende Fuge von 13 mm um eine Klappe von 60 × 70 cm bringt rund 340 cm², ein Rahmen ohne Boden und Deckel deutlich mehr.
- Kein Dämmstoff, kein Filz auf dem Gerät. Der Akustikfilz gehört auf die Rückseite der Klappe, nicht an das Gehäuse; der Hohlraum bleibt leer.
- Vorhandene Lüftungsschlitze bleiben frei. Zählerschränke und viele Nischentüren haben Lüftungsöffnungen. Die Paneele enden dort oder werden ausgespart, das Gitter kommt auf die Lamellen zurück.
- Handprobe nach einer Woche. Fühlt sich die Luft hinter der Klappe an einem Abend mit Herd, Waschmaschine und Trockner deutlich wärmer an als der Flur, fehlt eine Öffnung.
Drei Bauweisen mit Akustikpaneelen: Ideen für Aufputz, Unterputz und Nische
Adeqo-Paneele sind 60 cm breit und 260 oder 300 cm lang. Fünfzehn Lamellen aus MDF mit Echtholzfurnier, 27 mm breit und 12 mm hoch, sitzen im Raster von 40 mm auf 9 mm Akustikfilz, zusammen 21 mm Aufbau und rund 8,5 kg je Quadratmeter. Für eine Verkleidung brauchen Sie selten ein ganzes Paneel: Aus einem Paneel werden die Klappe für den Verteiler und ein Stück Wand daneben, der Rest wandert in eine andere Ecke. Drei Bauweisen haben sich bewährt.
Bauweise 1: Die Klappe im Wandraster (Unterputzkasten)
Die Wand um den Verteiler bekommt Paneele auf einer Lattung, der Verteiler eine Klappe mit demselben Raster: Die Lamellen laufen über die Klappe weiter, ihre Fugen fallen mit den Fugen der Wand zusammen, und aus zwei Metern Abstand ist nichts zu sehen. Die Klappe besteht aus einer Trägerplatte von 12 mm mit dem Paneelstück darauf, zusammen 33 mm; sie hängt an verdeckten Topfbändern aus dem Möbelbau an einem Rahmen aus Latten, der die Öffnung in der Lattung einfasst. Die Tiefe der Lattung wählen Sie so, dass zwischen der Front des Kastens und der Trägerplatte 2 bis 3 cm Luft bleiben. Mit einfachen Dachlatten von 24 × 48 mm liegt die Rückseite der Klappe nur 12 mm vor der Wand; das reicht bei einem Kasten, der bündig sitzt. Steht sein Rahmen weiter vor, doppeln Sie die Lattung um den Kasten auf 48 mm, dann bleiben 36 mm, oder Sie lassen die Klappe bewusst 2 cm vor der Wandebene stehen, als flaches Relief. Die umlaufende Fuge von 13 mm ist zugleich Bewegungsfuge und Lüftung; damit die Luft weiterkann, bleibt der Hohlraum der Lattung am Boden und unter der Decke offen. Geöffnet wird mit einem Druckschnäpper (Push-to-open) oder mit einer Griffmulde in einer Fuge.
Bauweise 2: Rahmen mit Klappe oder Schiebeelement (Aufputzkasten)
Ein Aufputzkasten steht 10 bis 12 cm vor der Wand; er lässt sich nicht in eine Paneelwand einbetten, sondern bekommt einen Rahmen: zwei Seitenwangen aus 18 mm Multiplex oder MDF, so tief wie Kasten plus 3 cm Luft plus Klappe, oben und unten offen oder mit Lüftungsgitter, an die Wand gedübelt, nie an den Kasten geschraubt. Davor hängt dieselbe Klappe wie in Bauweise 1. Die Wangen lackieren Sie in der Farbe des Filzes, dann treten sie zurück und die Klappe scheint zu schweben; wer sie in Holz will, beklebt sie mit Einzellamellen im gleichen Raster. Steht neben dem Kasten Wand frei, ist ein Schiebeelement die elegantere Idee: Das Paneelstück auf seiner Trägerplatte läuft an einer Laufschiene über dem Kasten seitlich vor die Wand, ohne Bänder, ohne Schwenkbereich im Flur, mit 3 bis 5 cm Luft zur Wand, die zugleich lüftet. Der Rahmen funktioniert auch ohne Paneele an der übrigen Wand, als einzelnes Möbelstück im Flur.
Bauweise 3: Die bekleidete Nischentür (Einfamilienhaus)
Sitzt der Zählerschrank oder der Verteiler in einer Nische mit eigener Tür, bleibt die Tür eine Tür und bekommt die Paneele auf das Blatt: 21 mm mehr Aufbau, Bänder, die das Gewicht tragen, ein Türblatt, das ganz aufschwingt, und ein Druckschnäpper statt Drücker. Die Lüftungsschlitze der Tür bleiben frei, der Arbeits- und Bedienbereich vor dem Schrank auch. Wie Sie Lamellenraster, Türblatt und Bänder aufeinander abstimmen, steht Schritt für Schritt im Beitrag Versteckte Tür mit Akustikpaneelen.
Anleitung: Klappe im Wandraster in acht Schritten
- Bestand aufnehmen. Welcher Kasten ist es, wie groß, wohin schwingt seine Tür, wo kommen die Leitungen hinein, wo sitzen Lüftungsschlitze? Fotografieren Sie das Stromkreisverzeichnis. Fehlt ein FI-Schutzschalter oder sitzen noch Schraubsicherungen im Kasten, kommt zuerst die Elektrofachkraft, dann die Verkleidung.
- Raster planen. Teilen Sie die Wand im Raster von 40 mm ein. Die Klappe umfasst so viele Lamellen, dass sie den Kasten plus je 3 cm Luft überdeckt: Für einen Kleinverteiler von 32 × 60 cm sind das zehn Lamellen, also 39 cm Breite, und rund 66 cm Höhe. Legen Sie die Klappe so, dass links und rechts eine ganze Fuge von 13 mm zur Wand entsteht.
- Lattung setzen. Waagerechte Dachlatten von 24 × 48 mm im Abstand von 50 bis 60 cm, um den Kasten ein Rahmen aus Latten mit 3 cm Luft, der die Bänder aufnimmt. Prüfen Sie die Tiefe: Zwischen der Front des Kastens und der späteren Trägerplatte müssen 2 bis 3 cm bleiben, bei Bedarf mit einer zweiten Lage Latten um den Kasten. Die Leitungseinführungen des Kastens bleiben frei.
- Paneele anbringen. Wie im Beitrag Akustikpaneele anbringen: geschraubt durch den Filz auf die Lattung. An der Öffnung enden die Paneele mit einer halben Fuge, also 6,5 mm Filz über der letzten Lamelle; die andere Hälfte bringt die Klappe mit.
- Klappe bauen. Schneiden Sie das Paneelstück zwischen zwei Lamellen aus dem Paneel: Filz mit Cuttermesser und Stahllineal, Länge mit Stichsäge oder Handkreissäge, Schnittlinie mit Malerkrepp abgeklebt, Furnierseite nach unten. Kleben Sie es mit High Tack Montagekleber auf die Trägerplatte, beschweren Sie es flach und lassen Sie 24 Stunden Zeit. Ist die Klappe breiter als ein Paneel, setzen Sie zwei Stücke nebeneinander; das Raster läuft weiter, weil die Paneele dafür gemacht sind. Eine Klappe von 60 × 70 cm wiegt mit Trägerplatte rund 7 bis 8 kg.
- Bänder und Öffnen. Zwei Topfbänder mit Öffnungswinkel von mindestens 110 Grad am Rahmen, bei Klappen über 90 cm Höhe drei; die Hersteller nennen je Band die zulässige Türmasse. Hängen Sie die Klappe ein und stellen Sie die Fugen mit den Bändern in drei Richtungen ein, bis sie umlaufend 13 mm messen. Zum Öffnen ein Druckschnäpper (Push-to-open) oder ein Magnetschnäpper mit Griffmulde in einer Fuge. Prüfen Sie, dass die Verteilertür bei geöffneter Klappe ganz aufgeht.
- Kanten. Die Schnittkanten der Trägerplatte lackieren Sie in der Filzfarbe oder beziehen sie mit einem Filzrest; von vorn sieht man dann nur Fuge. Endet die Paneelwand frei auf der Wand, schließt eine Abschlusslamelle die Seite.
- Kennzeichnen und prüfen. Ein kleines Schild oder ein Blitzsymbol an der Klappe, das Stromkreisverzeichnis bleibt in der Verteilertür. Dann der Test: Öffnen ohne Werkzeug in Sekunden, Verteilertür ganz auf, Prüftaste des FI-Schutzschalters erreichbar, nichts davor abgestellt, und nach einer Woche die Handprobe auf Wärme.
Werkzeug und Material
- Wasserwaage oder Kreuzlinienlaser, Zollstock, Bleistift, Malerkrepp
- Bohrmaschine mit Steinbohrer, Dübel und Schrauben für Lattung und Rahmen; Leitungssucher, denn rund um den Verteiler laufen Leitungen in der Wand
- Dachlatten 24 × 48 mm, für den Aufputz-Rahmen Multiplex oder MDF 18 mm, Trägerplatte MDF oder Multiplex 12 mm
- Stichsäge oder Handkreissäge mit feinem Blatt, Cuttermesser mit frischer Klinge, Stahllineal
- Zwei bis drei Topfbänder mit Montageplatten, Druckschnäpper oder Magnetschnäpper, für das Schiebeelement eine Laufschiene aus dem Möbelbau, Lüftungsgitter für den Rahmen
- Akustikpaneele, High Tack Montagekleber mit Kartuschenpistole, Schrauben mit flachem Kopf in Filzfarbe, bei Bedarf Abschlusslamellen
- Lack in der Filzfarbe für Wangen und Kanten, ein kleines Schild oder Symbol für die Front
Häufige Fehler
- Die Verkleidung am Kasten befestigen. Der Verteiler trägt nichts und wird nicht angebohrt; alles hängt an der Wand.
- Dicht bauen. Ein Rahmen mit Boden, Deckel und Rückwand ist ein Ofen. Oben und unten offen lassen.
- Verschrauben statt Bänder. Vier Schrauben halten die Klappe fest, aber dann braucht es Werkzeug, um an den FI-Schutzschalter zu kommen. Genau das verlangt die Norm nicht.
- Kein Hinweis außen. Eine unsichtbare Klappe ist gut, ein unauffindbarer Verteiler nicht.
- Den Zählerschrank im Hausflur bekleiden. Bekleidungen dort müssen nichtbrennbar sein, und der Netzbetreiber muss an den Zähler.
- Den Bereich vor dem Schrank vollstellen. Der Arbeits- und Bedienbereich ist kein Abstellplatz, auch nicht hinter einer schönen Tür.
- Filz auf das Gehäuse legen oder den Hohlraum ausstopfen. Der Filz gehört auf die Klappenrückseite, der Hohlraum bleibt leer.
Was die Verkleidung akustisch bringt
Flure sind kleine, harte Räume: Fliesen, Türen, kahle Wände, dazu die Treppe. Adeqo-Paneele erreichen Schallabsorptionsklasse A mit NRC 0,90 und im Mittel 80 % Absorption, gemessen nach EN ISO 354 in einem Aufbau mit Luftspalt und Mineralwolle hinter dem Paneel. Die Klappe allein, ein Drittel Quadratmeter, bewirkt akustisch nichts; die Wand darum herum, zwei oder drei Quadratmeter Paneele im Flur, nimmt dem Raum hörbar die Schärfe, Schritte und Stimmen klingen kürzer nach. Der Hohlraum der Lattung hilft dabei, wie bei jeder Unterkonstruktion. Was die Paneele nicht leisten: Absorption ist keine Dämmung. Der Flur wird ruhiger, die Nachbarwohnung nicht leiser.
In der Mietwohnung
Der Verteiler gehört zur Mietsache und bleibt unberührt; die Verkleidung ist Ihre Einrichtung. Lattung und Rahmen brauchen einige Dübellöcher, die Sie beim Auszug verspachteln; feste Einbauten sprechen Sie vorher mit dem Vermieter ab, eine kurze Nachricht mit Skizze reicht meist. Der Aufputz-Rahmen aus Bauweise 2 lässt sich als Ganzes abnehmen und mitnehmen. Kleben auf Tapete oder Putz ist in der Mietwohnung keine gute Idee: Beim Entfernen kommt die Oberfläche mit; mehr dazu im Beitrag Akustikpaneele anbringen. Und wer an derselben Wand den Fernseher hängen hat, findet die Kabelführung durch die Lattung im Beitrag TV-Wand mit Akustikpaneelen selber bauen.
Farbe und Raster im Flur
Flure sind schmal und oft ohne Tageslicht. Helle Töne wie Weiße Eiche, Natürliche Eiche oder Klassische Eiche aus der Eichen-Kollektion machen einen engen Flur weiter und heller; Schwarze Eiche setzt eine Wand als dunklen Block, vor dem Garderobe und Klappe fast verschwinden; Nussbaum nimmt Wärme in einen Flur mit Fliesenboden. Waagerecht montierte Lamellen machen einen kurzen Flur länger, senkrechte einen niedrigen höher; die Klappe folgt der Richtung der Wand. Unsicher bei Farbe oder Filz? Bestellen Sie zuerst ein Musterset und halten Sie es neben den Kasten.
Fazit
Einen Sicherungskasten zu verkleiden ist erlaubt und mit Akustikpaneelen eine der schöneren Lösungen, weil die Klappe nicht als Klappe zu erkennen ist, sondern als Stück Wand. Drei Regeln entscheiden: Der Verteiler bleibt in Sekunden und ohne Werkzeug erreichbar, er bekommt Luft an den Seiten und Öffnungen oben und unten, und am Gerät selbst wird nichts verändert. Zählerschrank im Hausflur, Hausanschlussraum und Treppenhaus bleiben frei von Holz. Alles andere ist eine Frage von 40 mm Raster und 13 mm Fuge. Farben und Formate finden Sie in der Übersicht der Akustikpaneele; für Projekte in Büro, Praxis oder Gastronomie beraten wir über das Formular unten oder auf der Seite für Geschäftskunden.
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Quellen
- DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510):2014-10, Abschnitt 513 „Zugänglichkeit“, Wortlaut zitiert nach der Fachzeitschrift de, Praxisprobleme 7/2020 (Werner Hörmann)
- DIN 18015-1:2020-05 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Planungsgrundlagen“: Anordnung der Stromkreisverteiler nahe dem Belastungsschwerpunkt, in der Regel im Flur; Zählerschränke nicht in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern, Wohnräumen, Küchen und Bädern; nach Hager Tipp 21 (März 2023) und ELEKTRO+ „Anforderungen an Zählerschränke“
- VDE-AR-N 4100:2019-04 und Technische Anschlussbedingungen der Netzbetreiber: Arbeits- und Bedienbereich vor Zählerplätzen mindestens 1,20 m tief, 2,00 m hoch, Schrankbreite, mindestens 1,00 m; VDE FNN Hinweis „Zählerplätze in Bestandsanlagen“ (September 2023)
- DIN 18012 „Haus-Anschlusseinrichtungen, Allgemeine Planungsgrundlagen“: Hausanschlussraum frei zugänglich, nicht abgeschlossen, Lüftungsmöglichkeit ins Freie, Raumtemperatur höchstens 30 °C, Arbeitsfläche 1,20 m; nach dem Merkblatt der Mainfranken Netze GmbH
- DIN EN 61439-1 und -3 (VDE 0660-600): Umgebungstemperatur im Innenraum bis 35 °C, Erwärmungsnachweis über die vom Gehäuse abführbare Verlustleistung, Betriebstemperatur von FI-Schutzschaltern höchstens 40 °C; nach Hager Tipp 34 (Februar 2020) und ABN Leitfaden DIN EN 61439 (2017)
- Musterbauordnung (MBO), Fassung November 2002, zuletzt geändert durch Beschluss der Bauministerkonferenz vom 25.09.2020: § 35 Abs. 5 (notwendige Treppenräume), § 36 Abs. 1 und Abs. 6 (notwendige Flure)
- NEN 2768:2016 + A2:2022 (Niederlande), Anforderungen an Zählernischen: Lüftungsöffnungen in der Nischentür oben und unten je mindestens 200 cm²; hier nur zur Orientierung
- Produktdatenblatt Adeqo Akustikpaneele: Lamelle 27 × 12 mm, Fuge 13 mm, Gesamtaufbau 21 mm, Filz 9 mm, Gewicht rund 13,5 kg (260 cm) und 15 kg (300 cm); Prüfbericht Schallabsorption nach EN ISO 354:2003; Klassifizierung des Filzes nach EN 13501-1
- Adeqo, Beiträge „Akustikpaneele anbringen“ und „Versteckte Tür mit Akustikpaneelen“
Glossar
- Stromkreisverteiler / Installationskleinverteiler: der Sicherungskasten in der Wohnung mit Leitungsschutzschaltern und FI-Schutzschalter, Aufputz oder Unterputz, meist im Flur.
- Zählerschrank: Schrank mit Stromzähler und Hauptsicherungen im Zugriff des Netzbetreibers; im Einfamilienhaus im Hauswirtschaftsraum, Keller oder in einer Flurnische, im Mehrfamilienhaus im Hausanschlussraum.
- Arbeits- und Bedienbereich: die Fläche, die vor einem Zählerplatz frei bleiben muss: 1,20 m tief, 2,00 m hoch, mindestens 1,00 m breit.
- Verlustleistung: die Wärme, die Schutzschalter und Klemmen im Betrieb abgeben und die das Gehäuse an die Umgebung abführen muss.
- Nichtbrennbar: Baustoffklasse A1 oder A2 nach EN 13501-1, etwa Putz, Metall, Glas. Holz erreicht höchstens „schwer entflammbar“ (B).
- Trägerplatte: Platte aus MDF oder Multiplex, auf die das Paneelstück geklebt wird, damit die Klappe Bänder und Schnäpper tragen kann.
- Topfband: verdecktes Möbelscharnier, in drei Richtungen verstellbar; trägt die Klappe und erlaubt das Einstellen der Fugen.
- Druckschnäpper (Push-to-open): Beschlag, der die Klappe auf Druck freigibt; ersetzt Griff und Schlüssel.
- Lattung: waagerechte Dachlatten an der Wand, auf die die Paneele geschraubt werden; erzeugt den Hohlraum, der hier zugleich lüftet.
Häufige Fragen zum Verkleiden des Sicherungskastens
Kann ich Akustikpaneele auf die Tür vor dem Sicherungskasten setzen?
Ja, wenn die Tür eine Tür bleibt. Die Paneele bringen 21 mm Aufbau und rund 8,5 kg je Quadratmeter auf das Türblatt; die Bänder müssen das tragen, die Tür muss ganz aufschwingen, und statt des Drückers übernimmt ein Druckschnäpper (Push-to-open) das Öffnen. Lüftungsschlitze in der Tür bleiben frei: Die Paneele enden dort oder werden ausgespart. Verkleidet wird nur die Tür, nie der Schrank dahinter. Die Schritte im Detail stehen im Beitrag Versteckte Tür mit Akustikpaneelen.
Muss der Sicherungskasten immer zugänglich bleiben?
Ja. DIN VDE 0100-510 verlangt in Abschnitt 513, dass Bedienung, Inspektion und Instandhaltung leicht möglich bleiben und durch Gehäuse oder Einbauräume nicht nennenswert beeinträchtigt werden. Für die Verkleidung heißt das: ohne Werkzeug zu öffnen, in Sekunden, vollständig, mit einem Hinweis außen und ohne Möbel davor. Vor einem Zählerschrank bleibt zusätzlich ein Arbeits- und Bedienbereich von 1,20 m Tiefe, 2,00 m Höhe und mindestens 1,00 m Breite frei, damit Netzbetreiber und Messstellenbetreiber arbeiten können.
Eignet sich das auch für Büro und Gastronomie?
Ja, mit denselben Regeln plus dem Baurecht des Gebäudes. Innerhalb kleinerer Nutzungseinheiten, bis 200 m², bei Büros bis 400 m², gibt es keine notwendigen Flure; dort sind Sie in der Bekleidung frei. In größeren Einheiten sowie in notwendigen Fluren und Treppenräumen müssen Bekleidungen nichtbrennbar sein, dort scheiden Holzpaneele aus. Verteiler in Gewerberäumen sind oft größer und geben mehr Wärme ab, planen Sie also mehr Luft ein. Akustisch lohnt sich die Wand um den Verteiler gerade im Empfang oder Flur, wo Stimmen und Schritte nachhallen. Für Projekte beraten wir auf der Seite für Geschäftskunden.




